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Wandern mit Nachbarn aus dem Elsass


"Mit dem Hohenzollern auf Augenhöhe" und "auf den Spuren der Römer" war das Motto eines kürzlich durchgeführten Wanderwochenendes einer Wandergruppe des Schwäbischen Albvereins Oberboihingen mit den Freunden von "Rando Loisirs Barberousse" aus Haguenau im Elsass.
Im neuen Wanderheim der Ortsgruppe wurden die Haguenauer Wanderer von den Oberboihingern mit ihren Wanderführern Gudrun und Peter Kleinknecht und Hannelore und Richard Haußmann empfangen. Gemeinsam steuerte die Gruppe nach der Mittagspause per PKW die Burg Hohenzollern an. Mit einem Pendelbus gings zur imposanten Burganlage. Die kunst- und kulturhistorisch wertvollen Ausstellungsstücke, darunter die drei preußischen Königskronen, machten die Besichtigung für alle Teilnehmer interessant. Die Kasematten, erst vor einigen Jahren entdeckt und zugänglich gemacht, waren ein Anziehungspunkt für die Besucher. Anschließend bezog die Gruppe das Quartier in Hechingen.
Die für den nächsten Tag geplante Wanderung musste wegen lang andauerndem Regen verkürzt werden. Statt auf den Raichberg hochzusteigen, ging es nur bis zur neu renovierten Wallfahrtskapelle Maria Zell am Fuße des Hohenzollern, oberhalb der Ortschaft Boll. Ortsvorsteher Peter Beck berichtete über die Geschichte. Ein Förderverein hat die Renovierung möglich gemacht und setzt sich für den Erhalt ein.
In der Hoffnung auf Wetterbesserung fuhr die Gruppe mit PKW auf die Albhochfläche. Leider konnten die Schwaben wegen dichtem Nebel und Regen ihren Gästen aus dem Elsass den schönen Blick hinaus ins Land und zur Burg nicht zeigen. Während einige sich auf den Rückweg nach Hechingen machten, besuchten andere die Sammlung des "Mechanikerpfarrers" Philipp Matthias Hahn in Onstmettingen. Sonnen-, Tisch- und Taschenuhren, große astronomische Maschinen, hydrostatische Waagen sowie Präzisionswaagen befinden sich in dem restaurierten Gebäude der romanischen Johanneskirche (um 940 gebaut), die später als Fruchtkasten diente. Alle staunten über die handwerklichen Produkte aus dem 18. Jahrhundert, die die Grundlage für die feinmechanische Industrie Württembergs bildeten. Ein unterhaltsamer Abend zwischen Schwaben und Elsässern beendete diesen Regentag.
Bei zeitweilig blauem Himmel begann der zweite Wandertag. Durch die Stadt Hechingen, über den Märchenpfad am Martinsberg gings zum Schloss Lindich. Dieses frühere Jagd- und Lustschloss des Fürsten Ludwig Wilhelms diente im 18. Jahrhundert als Gästehaus. Napoleon III., Friedrich Liszt, Ludwig Uhland und verschiedene Könige und Kaiser sollen sich dort aufgehalten haben.
Zur Mittagszeit erreichten die Wanderer das römische Freilichtmuseum in Hechingen-Stein. Eine der größten und besterhaltenen Gutsanlagen des 1. – 3. Jahrhunderts n. Chr. wurde 1971 entdeckt, ausgegraben und teilweise rekonstruiert. Der Entdecker und frühere Ortsvorsteher Gerd Schollian selbst führte die Gruppe mit humorvollen Geschichten durch die riesige Anlage. Die laufenden Ausgrabungen liefern Einblicke in die archäologischen Arbeiten und erweitern ständig das Museumsgelände.
Nach einem fast zweistündigen Rückweg nach Hechingen und einer kleinen Stärkung wurden die "Nachbarn" herzlich verabschiedet mit der Vorfreude auf das nächstjährige Treffen.





Aktualisiert (Dienstag, den 05. Oktober 2010 um 06:08 Uhr)

 


© Schwäbischer Albverein Oberboihingen